Hobbys für Mütter: Welches Hobby passt zu Dir?

Das kannst Du hier für Dich mitnehmen:

Freizeit für Mütter ist oft knapp. Gerade wenn Du Kinder hast, ist freie Zeit der Luxus. Umso wichtiger ist die Frage: Womit verbringst Du diese Zeit eigentlich?

Wenn Du Dir ein Hobby suchst oder überlegst, welche Hobbys Du behalten möchtest, habe ich einen einfachen Vorschlag als Maßstab für Dich.

Ein Hobby sollte drei Dinge erfüllen:

  • Es macht Dir Spaß.
  • Es schadet Dir und Deiner Familie nicht.
  • Es muss nicht nützlich sein.

Der dritte Punkt klingt vielleicht ungewöhnlich. Aber gerade der ist mir wichtig.

Ein mögliches Hobby für Alleinerziehende: Obstbäume schneiden. Auch was für Dich?

Ein Hobby sollte Dir wirklich Spaß machen

Das klingt banal, ist es aber nicht.

Als Mutter hast Du meistens wenig freie Zeit. Und genau deshalb sollte das Hobby, das Du auswählst, Dir nicht nur „ein bisschen“ gefallen.

Es sollte Dir wirklich Spaß machen.

Nicht, weil Du es schon immer gemacht hast. Nicht, weil es früher zu Dir gepasst hat. Und auch nicht, weil andere finden, dass es gut zu Dir passt.

Menschen verändern sich. Und Mütter ganz besonders. Ein Hobby, das Dir vor den Kindern Freude gemacht hat, muss heute nicht mehr das Richtige sein. Erlaube Dir, das anzuerkennen.

Wenn Du schon wenig freie Zeit hast, dann sollte diese Zeit etwas sein, auf das Du Dich freust. Etwas, das Dir Energie gibt und Dich innerlich aufblühen lässt.

Dein Hobby sollte Dir und Deiner Familie nicht schaden

Vielleicht klingt das selbstverständlich. Aber nicht alles, was Spaß macht, ist automatisch ein gutes Hobby.

Cocktails trinken kann sehr viel Spaß machen. Wenn daraus aber ein regelmäßiges Hobby wird, ist das für Deine Gesundheit und für Dein Familienleben vielleicht nicht hilfreich. Oder Fremdgehen. Das macht manchen Menschen vielleicht auch Spaß. Aber ich glaube, ich muss nicht erklären, warum das kein gutes Hobby ist.

Die Frage ist also nicht nur: Macht es Spaß? Sondern auch: Ist es langfristig gut für mich und mein Umfeld?

Ein Hobby muss nicht nützlich sein

In unserer Welt ist fast alles auf Nutzen und Effizienz ausgerichtet. Selbst bei Hobbys denken viele schnell:

Was bringt mir das? Lerne ich dabei etwas? Ist das produktiv? Kann ich das später gebrauchen? Kann man damit Geld verdienen?

Ich persönlich möchte diese Frage bei meinen Hobbys bewusst nicht stellen. Und wohlgemeinte Hinweise wie „Wieso beschäftigst Du Dich denn damit?!“ oder „Das ist ja ein, äh, interessantes Hobby“ überhöre ich und verkneife ich mir auch bei Anderen. Manchmal höre ich auch: „Und was kriegst Du dafür, dass Du das machst?“. Kein Kommentar.

Ich finde: Ein Hobby darf einer der wenigen Räume sein, in dem nichts entstehen muss. Kein Ergebnis. Kein Fortschritt. Kein Nutzen. Hauptsächlich Freude. Und genau darin liegt für mich der eigentliche Nutzen.

Außerdem habe ich gelernt: Je mehr Zeit Du mit etwas verbringst, das Dir wirklich Spaß macht, desto besser wirst Du darin. Und je besser Du wirst, desto mehr vertiefst Du es. Und irgendwann entsteht oft ganz von allein ein Nutzen. Aber eben nicht geplant!

Warum Nützlichkeit Dich manchmal vom richtigen Hobby abhält

Wenn Du nur nach Nützlichkeit suchst, übersiehst Du vielleicht genau das Hobby, das wirklich zu Dir passt.

Stell Dir vor, Du findest Physik oder Chemie spannend. Du hattest damit bisher nie Berührung. Und deshalb schaust Du hobbymäßig Videos dazu oder machst einen Onlinekurs, einfach weil es Dich interessiert. (Die Hater, die Dir einreden, das mache ja gar keinen Sinn etc. pp., die ignorierst Du dabei.)

Später merkst Du plötzlich:
Du verstehst Inhaltsstofflisten auf der Sonnencreme viel besser. Das ist ein Nutzen. Aber der war nie das Ziel. Du hattest kein Ziel, nur den Antreiber Neugier. Und genau deshalb bist Du überhaupt dort gelandet.

Wenn Dir das Beispiel nicht zusagt, lass „es macht mich einfach glücklich“ als Begründung doch einfach genug sein.

Mein Vorschlag: Lass Dich nur von Deinen Interessen leiten. Dein Spaß wird Dich tragen und für Stetigkeit sorgen. Und unter Umständen erwächst Dir daraus ein Nutzen, den Du aber selten vorab erahnen oder planen kannst.

Eine weitere gute Frage ist auch:

Welche Deiner Bedürfnisse als Mutter ist unbefriedigt, und ein Hobby könnte Dich ausgleichen?

Ganz ehrlich: Mutter sein kann doch wahnsinnig langweilig sein. Stinkelangweilig. Und gleichzeitig total anstrengend, überfordernd vielfältig. Körperlich anstrengend, aber total unsportlich. Geistig umnachtend und kognitiv so anstrengend, dass Du abends um 20 Uhr kein Buch mehr richtig rum halten kannst.

Hier eine Reihe von Bedürfnissen, die ich mir durch meine Hobbies erfülle:

  • Alleine sein.
  • Draußen sein.
  • Schwitzen.
  • Albern sein.
  • Gesellschaft haben.
  • Selbstwirksam sein: Etwas fertig machen und stolz drauf sein.
  • Etwas mit den Händen machen und nicht am Monitor.
  • Etwas lernen.
  • Die Welt verbessern.
  • Mich sexy fühlen.
  • Mich stark fühlen.
  • Selbstbestimmt sein.
  • Nichts erläutern müssen. (Ist das überhaupt ein Bedürfnis? Egal. Es ist wichtig.)

Es gibt noch viele mögliche Bedürfnisse mehr. Was ist es für Dich, was brauchst Du?

Wie findest Du als Mutter ein gutes Hobby?

Wenn Du gerade ein neues Hobby suchst oder überlegst, welche Deiner bisherigen Hobbys Du im Familienalltag behalten möchtest, stell Dir ein paar ehrliche Fragen.

Was macht Dir wirklich Spaß? Ich meine WIRKLICH.

  • Wofür stehst Du früher auf?
  • Was lässt Dich auf das nächste Mal hinfiebern?
  • Wann vergisst Du die Zeit?

Deine Antworten darauf sind richtig gute Hinweise.

Ein Hobby für alleinerziehende Mütter – Kartografie und Wandern? Abenteuer draußen? Ist das was für Dich?

Welche Hobbys machst Du nur, weil man das eben so macht?

Das ist eine eher unbequeme Frage, sozusagen der Gegencheck. Manche Hobbys übernimmt man, weil sie „passen“. Weil jemand gesagt hat, das wäre etwas für Dich. Oder weil es praktisch ist.

Ich beobachte zum Beispiel in meinem Umfeld, dass viele Mütter nähen. Kinderhosen, Kinderjacken, Sabberlätzchen. Daran ist nichts falsch. Wenn Du das liebst: wunderbar.

Aber die ehrliche Frage lautet: Machst Du das wirklich aus Freude? Oder weil es sinnvoll erscheint? Und gerade noch so in den Alltag reinpasst? Oder weil Du es eben schon so lange machst, und es wäre ja schade, wenn Du damit aufhören würdest.

Mental Load von Müttern: Hältst Du Dich unbewusst verfügbar?

Wie verfügbar bist Du während Deines Hobbys?

Hast Du darüber schon mal nachgedacht?

In meinem Umfeld beobachte ich ein Muster: Viele Väter wählen Hobbys, die sie aus dem Haus bringen und für Stunden (lies: „Stuuuuunden“) nicht verfügbar machen.

Rennradfahren. Angeln. Anderen Sport. Währenddessen sind sie weg. So richtig weg! Nicht erreichbar. Nicht zuständig. Nicht spontan einsetzbar. Und das verändert etwas. Denn dann muss der andere Elternteil übernehmen, Du.

Ich frage mich, warum viele Mütter Hobbys haben, bei denen sie verfügbar bleiben. Viele Frauen wählen Hobbys, die zuhause stattfinden. Oder ihnen werden diese Hobbys als „passend“ suggeriert.

Nähen. Gärtnern. Basteln. Auch daran ist nichts falsch.

Oder sie sind zwar unterwegs, aber gucken ständig aufs Smartphone. Auch im Kino.

Ich finde die Überlegung spannend:
Würdest Du dieses Hobby auch wählen, wenn Du keine Kinder hättest?
Oder anders:
Was würdest Du tun, wenn Du garantiert vier Stunden am Stück frei hättest? Nicht erreichbar. Nicht verantwortlich. Nicht verfügbar.

Trägt Dein Hobby zu Deinem Mental load als Mutter bei?

Viele Mütter tragen den größten Mental Load der Familie. Nicht nur, weil sie viel tun. Sondern weil sie ständig verfügbar sind. Und wenn auch Dein Hobby so organisiert ist, dass Du jederzeit unterbrochen werden kannst, verstärkt das dieses Muster.

Dann bleibt die Verantwortung immer bei Dir.

Um bei dem Näh-Hobby zu bleiben: Es ist so praktisch, mal kurz die Wäsche aufzuhängen, wenn die Waschmaschine piepst. Kein großes Ding. Oder?!

Ehrliche Frage zur Überprüfung: Würdest Du von (d)einem Mann erwarten, dass er seine Rennradrunde umleitet und kurz unterbricht, um die Ladung Wäsche aufzuhängen?

Wenn Du während Deiner Freizeit wirklich weg bist, müssen nämlich andere das übernehmen, wovon Du Dich gerade erholen möchtest. Wenn Dein Kind Hunger hat, sich verletzt oder etwas braucht, kann der andere Elternteil lernen, das selbst zu lösen.

Nicht perfekt. Nicht ganz so, wie Du es gemacht hättest. Aber eigenständig und vor allem erledigt.

Strategische Inkompetenz: Eine ganz fiese Nummer im Familienleben

Wenn ein Elternteil mehr oder weniger absichtlich eine Tätigkeit im Familienalltag regelmäßig nicht übernimmt und das mit „Ich kann das nicht“ begründet, erzeugt das strategische Inkompetenz. Das führt dazu, dass der andere Elternteil übernehmen muss, wenn es erledigt werden soll. Und der wird dadurch immer besser darin und kann es ja beim nächsten Mal viel besser und schneller und dann muss der bereits inkompetente Elternteil ja nicht und dann…. Merkste was?

Ich habe strategische Inkompetenz vor allem beobachtet bei:

  • Volle Windeln wechseln
  • Kinder trösten
  • Nachts aufstehen, wenn das Kind spuckt
  • Arztbesuche mit dem Kind
  • Verabredungen treffen
  • Urlaube planen
  • Konfliktgespräche führen

Aber auch bei:

  • Auto tanken
  • Auto einparken
  • Familienfinanzen führen
  • Fahrrad aufpumpen
  • Router und WLAN einrichten
  • Computer kaufen
  • Handwerker beaufsichtigen und abrechnen

Auch deshalb bin ich zum Beispiel während meiner Hobbies nicht erreichbar. Das Handy ist nicht bei mir. Meine Freunde kennen meine Routinen und könnten mich finden – aber keine Push-Nachricht, kein Anruf von der Versicherung und keine Whatsapp „Dein Kind hat sich das Knie aufgeschlagen“ erreicht mich direkt.

Und wenn mir was passiert?!
Worst case: Ich breche mir beim Joggen den Fuß. Erstens: In fast 25 Jahren alleine joggen habe ich mich noch nicht verletzt, vom Muskelkater hinterher abgesehen. Zweitens: Meine Laufrunde geht nicht auf der abbrechenden Felsklippe am Atlantik entlang (leider), sondern bewusst gewählt durch den Stadtwald. Falls ich jemals Hilfe brauchen sollte, kann ich anderen Menschen zurufen.

Ganz bewusst wähle ich viele Stunden Freiheit und Ungestörtheit durch Nichterreichbar-Sein und nehme ein minimales Risiko in Kauf.

Und wenn den Kindern was passiert und ich bin nicht erreichbar?!
Worst case: Die Kinder sind verletzt. Der Horror. Aber ganz ehrlich: Da kann ich nichts ausrichten. Und Du vermutlich auch nicht, außer Du bist Notärztin. Selbst der strategisch inkompetenteste Vater wird im Ernstfall den Notruf anrufen.
Und selbst WENN Du erreichbar bist  – z.B. wie ich beim Joggen mitten im Wald -was hilft es in der Situation? Du erfährst, dass Dein Kind verletzt ist und musst unter Stress schnell zurück. Konkret helfen kannst Du aus dem Wald nicht!

Insofern macht es keinen Unterschied, wenn Du die Nachricht nach Deiner Laufrunde erfährst. Das ist keine Lieblosigkeit, sondern leider Realismus.

Was Du häufig tust, wirst Du gut können – und das wird Deine Rolle

Was Du regelmäßig machst, prägt Deine Rolle. Wenn Du dauerhaft den größten Teil der Hausarbeit übernimmst, wird das irgendwann zu Deiner festen Rolle. Und je länger das so ist, desto schwerer wird es, das zu verändern. Deshalb schlage ich vor, auch Deine Hobbys mal kritisch  anzuschauen.

Denn auch sie können Rollen stabilisieren. Oder aufbrechen.

Du suchst immer noch nach einer Idee? Stell Dir diese Frage:

Wenn Dir garantiert niemand zusieht, niemand Dich bewertet und das Hobby keinen Nutzen haben muss: Was würdest Du in Deiner Freizeit tun?

Und noch eine letzte Frage zur Inspiration:

Was würdest Du mit vier Stunden Freizeit machen, wenn Du ein Mann wärst?

Provokant, aber vielleicht hilfreich. Horch doch mal in Dich hinein, was ist Deine erste, ehrliche, spontane Reaktion?

Ich freue mich auf Deine Meinung, hinterlasse gerne einen Kommentar: Was wird Dein neues Hobby?

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